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Land's End - John O'Groats (LEJOG)
Die Planung

Vorgeplänkel

Im September 2013 habe ich erstmals begonnen, mich mit dem Thema Radfahren in England und besonders mit LEJOG zu beschäftigen.
 
Ein entscheidender Auslöser war ein unscheinbarer Artikel in der TOUR aus dem Juli 2012. Den hatte ich damals zwar mit etwas Interesse gelesen, aber ein Feuer hat er zu dem Zeitpunkt nicht entzündet. Eine Radtour ohne Rennhintergrund. Geht ja gar nicht... Heute sehe ich das etwas anders. Natürlich gibt es außer der TOUR Transalp noch ein paar andere Etappenrennen zum Beispiel in den Alpen aber die sind dann doch recht teuer. Im Anblick eines sehr kleinen Budgets ist es mir zurzeit nicht möglich, einen fast kompletten Urlaub 6 bis 8 Monate im Voraus zu bezahlen. Die Transalp hätte mich zwar in 2014 besonders gereizt, weil sie diesmal durch die Dolomiten führt und das Wetter nur besser sein kann, als in 2013 - aber da Jaco signalisiert hatte, dass er in keinem Fall noch einmal im Camp übernachten wollte, habe ich die Diskussion erst gar nicht gesucht und mit einem anderen Partner möchte ich die TA nicht fahren. Punkt.
 
Danach also begann das Suchen nach mehr Informationen im Internet. Klar. Google weiß alles - und so gibt es unzählige, mal mehr mal weniger hilfreiche und nützliche Seiten zu dem Thema, die ich hier beizeiten zusammentrage. Ich versuche, hauptsächlich Nützliche zu listen :-)
 
Zunächst habe ich mir bei der CTC, der "National Cycling Charity" ein kostenpflichtiges Informationspaket bestellt. Das kommt nach ein paar Tagen ziemlich old-fashioned in mühsam zusammengetackerten DIN-A 4 Blättern per Briefpost angesegelt. So ganz furchtbar hilfreich ist es nicht, aber es reicht für einen Einstieg.
 
Wenn man nicht eine im Internet vorhandene Strecke abfahren möchte, ist es hilfreich, sich eine Übersichtskarte von England zu beschaffen. Damit kann man zumindest die Geografie und circa Streckenlängen grob einschätzen. Für eine detaillierte Planung eignet sich eine solche Karte im Maßstab 1:150000 natürlich nicht. Na klar kann man das auch online mit Google Maps am heimischen Bildschirm machen, aber der ist meist nicht groß genug um genügend Übersicht zu geben. Begleitend empfehle ich eine Papierkarte allemal.
 
Für die detaillierte Streckenplanung habe ich das Portal Ride with GPS genutzt. Die Strecken können online gespeichert und wieder bearbeitet werden. Ein Download zum Navigationsgerät ist ebenso möglich wie der Ausdruck der Strecke als Karte; wahlweise mit oder ode Fahrtanweisungen als Tabelle.

Die Strecke

Da für mich schon ziemlich früh klar war, dass ich mir länger Zeit lassen und nicht daher nicht den direkten Weg fahren möchte, habe ich vorher festgelegt, dass ich:
  • Cornwall       
  • Wales     
  • schottische Küstenregionen und
  • Yorkshire
bereisen und nicht "straight" geradeaus durchfahren möchte.
Dazu sollte es ein gesunde Mischung zwischen direkter Strecke und landschaftlich schönen werden, Hauptstraßen und unnötiges Hin- und Zurückfahren (Sehenswürdigkeiten) vermeiden. Schon zu Start galt es die stark befahrene A30 zu umgehen.
 
Die grobe Planung, die ja zurück bis Hull (Kingston upon Hull) geht, sieht knapp 3.200 KM und fast 38.000 Höhenmeter vor.

Wie lang sind die täglichen Etappen?

Ich denke, dass ich nach wie vor einen anständigen Trainingsstand habe. Meine Planungen beruhen darauf mit dem Rennrad und nicht mit einem Reiserad zu fahren. Ich habe ja keines und möchte mir im Moment nicht noch eines anschaffen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit habe ich mit etwa 21 Km/h recht niedrig angesetzt und gebe mir täglich 10-12 Stunden Zeit zum Fahren, inkl. Zwischenpausen zum Essen und Fotostopps. Theoretisch würde ich also 200KM+ fahren.
Das ist nicht der Fall. Stand heute (11.12.13) liegt die durchschnittliche Entfernung bei knapp 160 KM pro Tag. Tatsächlich werde ich 2 Tagen die 200 KM überschreiten. Allerdings muss ich noch das Feintuning an den Tagesetappen machen.

Was ist die beste Reisezeit?

Die Strecke LEJOG und umgekehrt ist  meines Erachtens und je nach Kälteempfinden von März bis Oktober befahrbar. Abseits dieser Zeiten wird es sicher ungemütlich.
Für mich als praktizierender und bekennender Warmduscher drängte sich eine Reisezeit im Sommer auf. Ich habe ich dafür entschieden, vor den englischen Sommerferien zu fahren, die irgendwann im Juli beginnen. Ich verspreche mir davon weniger Verkehr auf den (Haupt-)Straßen.
Eine Wettergarantie gibt es eh' nicht. Ich gehe davon aus, dass es je weiter ich nach Norden komme, feuchter und natürlich kühler wird.
Zu beachten und kaum zu ignorieren ist das Vorkommen der schottischen „Midges“ im Sommer. Ab ca. Juni sind diese kleinen fiesen, beißenden Fliegen unterwegs und können einem das Wohlfühlgefühl verleiden.

Wie lang kannst oder willst Du pro Tag fahren?

Das hängt natürlich von einen gewissen Trainingszustand ab. Es gibt Reisende auf dieser Strecke, die fahren pro Tag 30-40 Meilen, also ca 50-65 KM. Andere reißen die Strecke in insgesamt unter 45 Stunden ab.
Mein Ziel ist war es, LEJOG in 10-12 Tagen zu absolvieren. Ein Ruhetag ist dabei nicht vorgesehen. Im weiteren Verlauf habe ich mich entschieden, alle Unterkünfte bereits im Vorfeld zu buchen, sodass ich mich schon vorab auf 12 Tage festgelegt habe.
Dazu kommt die "Rückreise" bis Hull.
Die Planung läuft auf ein durchschnittliches Tempo von 21 - 22 KM/h hinaus. Anders herum gesagt: 6-7 Stunden durchschnittlich im Sattel. Das sollte Umwege durch Fehlnavigation einschließen und mich pünktlich zum Etappenziel zum Wäschewaschen und Essenfassen bringen.
 
Da sind wir beim Thema. Welche Unterkünfte planst Du?

Der ursprüngliche Plan war ein Low-Budget-Plan. Eine Mischung aus Jungendherbergen und B&B's, im zweitägigen Wechsel.
Im weiteren Verlauf der Planungen und reiflicher Überlegung erschien mir das als nicht mehr so sinnvoll. Ich bin vermutlich nicht (mehr) geeignet, in Gemeinschaftsräumen zu übernachten und den Mitbewohnern meinen Geruch anzutun bzw. deren Düfte wegzuschnüffeln.
Die erste Wahl fiel drauf hin auf Bed & Breakfast. Billige Hotels und Hostels sollten die Ausnahme sein und im Durchschnitt bei ca GBP 35 pro Übernachtung liegen.

Das sind zusammengefasst die Rahmenbedingungen:
  • Hauptstraßen vermeiden
  • landschaftlich schöne "Schleifen" fahren
  • günstige Unterkünfte

Muss man Übernachtungen im Voraus buchen?

Nö. Wahrscheinlich nicht. Besonders nicht, wenn es Dir egal ist ob Du eine Unterkunft bekommst - und wo.
Ich persönlich lege in diesem Zusammenhang wenig Wert auf Abenteuer. Habe keine Lust, mich ab Mittag hinzusetzen und herumzutriggern, wo noch etwas frei ist um dann meinen Tagesverlauf zu planen. Das erzeugt bei mir unnötigen Stress.
Andererseits bist Du natürlich flexibler in Deinen Streckenlängen und kannst Rücksicht auf die persönliche Tagesform und Wetterbedingungen nehmen.
 
Ich habe bereits Anfang November begonnen, Unterkünfte zu buchen. Die Resonanz war im Durchschnitt eher schleppend. Da ich mir mir wohl touristisch interessante Gegenden ausgesucht habe, waren viele Unterkünfte schon ausgebucht, obwohl ich nicht in den englischen Sommerferien unterwegs bin. Manche hingegen nehmen so früh noch keine Buchungen an, andere erst ab zwei Übernachtungen oder überstiegen schlichtweg das Budget. Gerade in Cornwall aber auch in Glastonbury, Builth Wells und in Schottland erwies es sich als schwierig, Unterkünfte zu bekommen. Zumindest innerhalb des Budgets.
 
Mitte Dezember habe ich die Übernachtungsbuchungen für die gesamte Reise bzw. 23 Nächte abgeschlossen.
 
Muss ich dafür trainiert sein?
 
Ich denke: besser isses wohl.
Für meinen Teil plane ich Streckenlängen von ø 158 KM. Täglich. Sonst könnte ich entweder mein selbstgewähltes Zeitbudget oder die Streckenlänge nicht einhalten. Ich werde eine solch lange Strecke auch das erste Mal fahren. Eine Woche lang während der Deutschlandtour oder der Transalp täglich 150 KM zu absolvieren fand ich bislang schon... na sagen wir mal, interessant. Das hat mich nicht tot gemacht, aber ich war gut zufrieden. Da war ich jedes Mal in einer Gruppe, die einen natürlich auch motiviert. Also kommt zu der Körperlichen noch ein gerüttelt Maß an mentaler Fitness hinzu.
 
Mein Ziel ist es bis zum Start so 2.500 - 3.000 KM in den Schuhen zu haben.
 
Aaaber: Ich habe ein Buch gelesen. (Super, ne??) Bei "Mud Sweat and Tears" handelt es sich um einen englisch sprachigen Reisebericht (LEJOG + Orkneys), den die Autorin Ellie Bennett mit einem "Mick", ein Pärchen, das ziemlich untrainiert ist, in 23 Tagen + 5 fährt. Immer gemütlich und immer auf der Suche nach einem guten Bier in einem guten Pub. Das klappt nicht immer und das Buch ist zeitweilig etwas langatmig und schwer zu lesen, weil es ziemlich umgangssprachlich geschrieben ist Aber auch das hat seinen Reiz..

Fazit: Es kommt darauf an, was Du willst. Fun- und Reiseradler fahren weniger Tageskilometer und nehmen sich die Zeit für Sightseeing etc. Ich möchte dabei die sportliche Variante nicht missen - ein Hauptgrund, warum ich mein kleines schwarzes Rennrad so misshandle und mit Gepäckträger, Packtaschen, Schutzblechen und Licht ausrüste. Vorübergehend natürlich...



 
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