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Ostseeman 2008 - antreten, durchkommen und dabei möglichst viel Spaß haben. Das war das Ziel meiner dritten Langdistanz, die zweite innerhalb von 3 Wochen.

Bereits am frühen Freitag Morgen haben wir 4 uns auf den Weg nach Glücksburg gemacht. Immerhin etwas über 400 KM sind das dann doch von zuhause aus. Das Auto war voll gepackt bis obenhin, 4 Mountainbikes eingeschlossen - da frage ich mich schon jetzt, wie ich das Gepäck im nächsten Jahr nach Klagenfurt verstauen soll.

Der Wetterbericht verhieß nicht viel Gutes. So hatten wir dann auch bis Bremen Regen, den wir hartnäckig hinter uns herzogen. In Glücksburg schien zunächst noch die Sonne, erst am späteren Nachmittag regnete es auch hier ein wenig. Nicht unangenehm kalt, aber Wetter für am Strand liegen war es nun auch nicht. Eine relativ kurze Ausfahrt mit den Mountainbikes war noch drin. Am Nachmittag begann mit dem Abholen der Startunterlagen der Countdown.

Den Samstag Vormittag verbrachten wir dann doch noch am Strand und später mit einem Stadtbummel in Flensburg. Eine schöne Stadt übrigens mit lecker Bier.

Von 13 bis 18:00 Uhr war die Radabgabe in der Wechselzone an der Glücksburger Kurpromenade möglich. Als einer der ersten war ich dann auch vor Ort und checkte ein. Der Wind war nun kräftiger geworden und wehte die Fahrradgaragen schon einige Male weg. Abends noch ein wenig Pasta essen und Bier trinken, dann ging es gewohnt früh ins Bett.

Das frühe Aufstehen bereitet mir ja zum Glück keine Probleme, so dass ich die Zeit vor dem Frühstück noch nutzen konnte, meine drei Kleiderbeutel innen mit Wasserdichten Plastikbeuteln auszustatten, denn zwischenzeitlich hatte es wieder zu regnen begonnen. Ein zweites "Roth" wollte ich dann doch nicht erleben, auch wenn es mit fast 20 Grad deutlich wärmer war.

Pünktlich um 5:45h stand ich in der Wechselzone. Als einer der wenigen Triathleten mit Regenschirm. Ich bin wohl doch zu weich für diesen Job  ;-))

In aller Seelenruhe rüstete ich mein Bike auf, sortierte noch einmal die Kleiderbeutel, die ich zwischendurch einen nach dem anderen abgab und schlenderte immer wieder durch die Reihen der Wechselzone. Wie die Veranstalter es versprochen hatten, hörte es alsbald auf zu regnen. Die Moderation mit Musik und Ansagen hatte bereits begonnen. Vangelis' "Conquest of Paradise" bereitete mir auch diesmal wieder eine kräftige Gänsehaut. Mittlerweise verbinde ich einige schöne Wettkämpfe mit diesem Lied.

Die Stimmung war schon jetzt für mein Empfinden viel besser als in Roth. Es war warm und niemand musste sich vordringlich darum kümmern, wie er denn bis zum Start trocken und warm bleibt.
Relativ früh stand ich mit meinem Neo am Strand und sog die angespannt-ruhige Stimmung des anbrechenden Morgens an der Flensburger Förde in mich auf.
 

Um Punkt 7 Uhr viel der Startsschuß zum 7. Ostseeman. Ein Teil der Athleten waren schon im Wasser, während andere oben vom Strand hineinliefen. Ich stand irgendwo in der Mitte links außen, um wie immer dem Getümmel aus dem Weg zu gehen. Die Schwimmstrecke war ein zweimal entgegen dem Uhrzeigersinn zu durchschwimmender Dreieckskurs. Mit dem Salzwasser und den Wellen kam ich vom Anbeginn an gut klar - kein Wunder, denn wir schwammen mit den Wellen.

Das änderte sich dann ab der ersten Wendeboje. Gegen die Wellen und gegen den Wind. Ich hatte oftmals nicht wirklich das Gefühl, vorwärts zu kommen. Auch die Orientierung fiel zwischendurch schwer, da die kleineren Bojen zwischen den Wellentälern nicht zuerkennen und damit eine Richtung nur schwer zu halten war.

Unangenehm waren drei kleinere Feuerquellen, die mich auf der ersten Runde im Gesicht und am Hals streiften. Das tut zwar nicht wirklich weh, brennt aber unangenehm lang und ausdauernd. Bis zu dreißig Stunden habe ich mir sagen lassen.

Nach 1:11:36h hatte ich wieder Sand unter den Füßen. Das war Platz 28 der Einzelstarter (!)  Der Wechsel ging mit knapp unter 3:30 Minuten auch schnell über die Bühne, wobei ich nicht auf eine schnelle Zeit geachtet und im Wechselzeit nebenbei noch Schwätzchen gehalten habe.

6 Radrunden standen nun bevor. Zunächst ging es etwas bergab, was es einfach machte, zügig einen guten Rhythmus zu finden und schnell anzufahren, ohne zu überziehen. Nach gut 2 Kilometern kam auf dem Weg nach Wees der erste Anstieg. Maximal 5 % - damit rechnet man in dieser Region nicht unbedingt. Gleich danach ging es flach und schnell weiter.
Die Straßen und Wege waren, wenn nicht komplett, dann zumindest für den Gegenverkehr gesperrt. Ausschilderung und Streckenposten waren gut und reichlich vorhanden.
Das ständige Auf- und Ab der Radstrecke zog das Feld auseinander. Windschattenfahren in größeren Pulks habe ich nicht gesehen.
Man glaubt es vielleicht nicht, aber auch Glücksburg hat seinen "Solarer Berg". Der wird wohl anders heissen, ist nicht so lang und hat nicht ganz so viel Publikum - aber immerhin: die Stimmung hier ist ähnlich und macht auch eine ordentliche Gänsehaut, wenn man durch das Spalier kurz vor dem Beginn der nächsten Runde bzw. vor dem Einbiegen in die Wechselzone fährt. Pro Runde gibt es zwei Verpflegungspunkte, das passt sehr gut. Ich habe pro Runde etwas mehr als eine Flasche Wasser mit selbst zusammen gemischtem ISO-Getränk sowie ein Gel zu mir genommen. Den auf der letzten Radrunde aufkommenden Regen empfand ich eher erfrischend als störend. Der dazu weiter auffrischende Wind raubte im Gegenwind ein paar mehr Körner als gut war...

Nach insgesamt 6:52:32 h übergab ich mein Bike einem Helfer in der Wechselzone und machte mich nach 2:27 Minuten auf die abschließenden 5 Laufrunden. Ich war bestens mit mir zufrieden, ein Bikesplit von 5:37:51h war recht ordentlich auf dieser Strecke und hatte mir keine Mühe bereitet. In der Platzierung war das die 46. schnellste Radzeit, was mich insgesamt nach dem zweiten Wechsel auf Platz 38 brachte.
Das Laufen ließ ich langsam angehen. Schon die ersten KM-Splits lagen irgendwo bei 5 Minuten. So vergingen die ersten 2 Runden recht schnell und schmerzfrei. Das konnte ich noch bis zum Halbmarathon hinauszögern. Dann war wieder Sense. Ich habe meine Muskeln und Sehnen im rechten in Bein während der Challenge in Roth vermutlich überstrapaziert und diese Verletzung ist noch nicht ausgeheilt gewesen. Also beschloss ich wieder zu gehen und befand mich damit wieder in guter Gesellschaft und blieb bei überwiegend guter Laune.
Christine und die Kinder sah ich auf jeder Laufrunde direkt hinter dem Zielbereich und hielt kurz für ein Schwätzchen, mein Leid zu klagen und um mich wieder auf die nächste unbequeme, weil unebener Weg (Wendepunkt-), Strecke zum machen. Hat man nach 3,1 KM die Wendepunktstrecke, direkt am Ufer gelegen, erst einmal hinter sich geht es etwas hügelig durch die Stadt und anschließend bergab durch den Schloßpark zum Hafen, über die Hafenpromenade flach zum Zielbereich.
Nach jeder Laufrunde gab es zur Kontrolle eine Kordel. Hatte man 4 um den Hals hängen, war nur noch eine Runde über 8,44 KM zu bewältigen. Insgesamt 4:41:32 benötigte ich für den Marathon. Und war heilfroh und über alle Maßen glücklich, diese Aufgabe bewältigt zu haben.
 

Der Ostseeman ist eine wirklich tolle Veranstaltung, die den Vergleich zum IRONMAN und Frankfurt und zur Challenge Roth nicht zu scheuen braucht. Kleiner familiärer eben, kurze Wege, gute Organisation und eine Wettkampfstrecke, die ich persönlich den beiden anderen Vorziehe.

Ach ja. Eine Zielzeit gab es auch. Das war aber nebensächlich: 11:36:36h / Platz 219 (AK 56.)



 
© Reiner W. Döpke 2006-2010
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